Im Einleitungsteil unserer Serie sind wir auf die grundlegenden Zusammenhänge der eBay Suche nach den beliebtesten Artikeln eingegangen. Angebote werden in den Suchergebnislisten eingeblendet. eBay berechnet dann das Verhältnis von Einblendungen in der Suche und erfolgten Verkäufen.
Was kommt zwischen der Einblendung in den Suchergebnissen und dem Kauf? Ganz klar: Ihre potentiellen Käufer müssen das Angebot anklicken. Sonst kommen sie nicht auf die Seite mit dem Sofort Kaufen Button!
Schauen wir uns dazu die Suchergebnisseite genauer an. Welche Elemente Ihres tollen Angebots beurteilen die Käufer auf der Artikelseite?
- Galeriebild
- Titel
- ggf. Untertitel
- Preis + Versandkosten
Die Punkte Preis und Versandkosten wollen wir an dieser Stelle nicht weiter beleuchten. Natürlich gilt, je billiger Ihr Angebot, desto größer das Interesse. Die Preis-Kalkulation soll hier aber kein Thema sein.
Das Galeriebild – die Schaufensterauslage
Bevor wir dazu kommen, was das perfekte Galeriebild ausmacht, machen wir einen kleinen Ausflug in die Welt der menschlichen Informationsverarbeitung.
Ein kleiner Ausflug: Skimming, Scanning und Reading
In der Informationsverarbeitung unterscheidet man verschiedene “Techniken”, mit denen sich Besucher auf Webseiten bewegen und mit denen sie Inhalte wahrnehmen. Unter Skimming versteht man, dass der Besucher sich mit einem kurzen Blick einen Überblick verschafft. Das passiert zum Beispiel auf der Startseite einer Website. Hier werden nur 10-20% der Inhalte wahrgenommen.
In den eBay Suchergebnissen sind wir in der nächsten Phase: dem Scanning. Hier werden schon mehr Informationen wahrgenommen – ca. 50%. Das Scanning benutzen Sie zum Beispiel auch, wenn Sie im Telefonbuch nach einer Nummer suchen. Der Vollständigkeit halber: Auf der Artikelseite schwenken wir zum Reading über und nehmen Informationen und Texte mit hoher Aufmerksamkeit war. Dazu später mehr.
Beim Scanning der eBay Suchergebnisse versuchen sich potentielle Käufer einen schnellen Überblick über die angebotenen Produkte zu verschaffen. Dabei spielen Bilder eine wichtige Rolle, aber auch die Artikelbezeichnung und der Preis. Das bringt uns nun endlich zum Galeriebild.
<0,2 Sekunden: Verpassen Sie Ihre Chance nicht!
Beim Scanning nehmen wir beim Lesen bis zu 500 Informationseinheiten pro Minute wahr. Rechnen wir die Zeit herunter, die dann ein Element im Schnitt erhält. Das sind unter 0,2 Sekunden. Nicht lange! Aber damit ein guter Grund, warum Ihre Galeriebilder richtig rocken sollten!
Nehmen wir dieses Beispiel – zwei eBay Händler bieten 3er-Packs Calvin Klein Boxershorts an. Die Produkte sind absolut identisch – die Galeriebilder nicht! Wo würden Sie drauf klicken? Auf das zweite? Na klar! Da kriegen Sie ja auch drei Stück und nicht nur eins! Damit hat der Händler eine Information als Text integriert, die sich sonst als Bild auf 140 Pixeln schwer darstellen lässt! Kompliment!
Regel 1: Integrieren Sie wirklich wichtige Infos in das Galeriebild!
Benutzen Sie für das Galeriebild ein gutes Bild, auf dem man den Artikel klar erkennen kann. Wir müssen bei eBay nicht lange suchen, um weniger gelungene Beispiele zu finden. Schauen wir uns einmal dieses an:
Würden Sie das weiße, kastenförmige Schlafsofa anklicken? Das Bild ist verpixelt und ein weißes Objekt auf einem weißen Hintergrund hat einen miserablen Kontrast und lässt sich naturgemäß schlecht erkennen. Das Sofa ist in verschiedenen Farben verfügbar – warum ausgerechnet das weiße Bild als Galeriebild herhalten musste, wird wohl ein Geheimnis bleiben.
Besser dagegen macht es der Wettbewerber, der Motiv und Hintergrund abstimmt und das Produkt geschickt ausleuchtet – auf überflüssigen Schnickschnack wurde verzichtet. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein – ist es häufig aber noch nicht!
Regel 2: Ihr Produkt muss auf dem Galeriebild klar erkennbar sein!
Wenn Sie diese beiden Regeln berücksichtigen, haben Sie bereits gute Karten. Optional ist es möglich das Galeriebild noch mit einem “Branding” zu versehen – also einen Rahmen in Firmenfarben darum zu legen und den Logo-Schriftzug einzubinden. Allerdings sollte das nie zu Lasten des eigentlichen Bildes gehen.
Der optimale Titel – Häufig ein Balanceakt!
Ein guter Titel ist bei eBay der Schlüssel zum Erfolg. Seit September 2011 haben Sie hier statt 55 Zeichen nun üppige 80 Zeichen Platz. Platz, in dem Sie die wichtigen Suchbegriffe für die Sie gefunden werden möchten, unterbringen können und müssen. Platz, mit dem Sie die Käufer überzeugen müssen, sich Ihr Angebot genauer anzusehen. Platz, mit dem Sie Neugier wecken müssen! Platz der häufig nicht effizient genutzt wird…
Nehmen wir diesen Artikel hier:
Asics Sneaker Sportschuhe Ayame Gr.38! 01
Nur 42 der möglichen 80 Zeichen werden verwendet. Verschenkter Platz – verschenkte Gelegenheit!
Schauen wir uns an, was man besser machen könnte: Die letzten Zeichen – scheinbar eine Artikelnummer o.ä. mag in der Verkaufsabwicklung zwar ganz nett sein – aber man kann das auch anders lösen und diese z.B. in seinem Verkäufertool hinterlegen und später auf Rechnungen oder Packzetteln ausgeben. Im Titel bei eBay haben solche Informationen nichts zu suchen.
Nehmen wir die Nummer weg, haben wir noch 45 Zeichen übrig. Zum Beispiel wäre es hilfreich, hier die Farbe zu hinterlegen. Dass es sich um einen schwarzen Schuh handelt, sieht man zwar auf dem Bild. Wenn jemand aber z.B. gezielt nach “Sneaker schwarz” oder “Asics schwarz” sucht, wird er dieses Angebot nicht finden!
Weitere passende Keywords wären z.B. noch “Damenschuhe” oder “Damen Schuhe”. Nehmen wir das einmal beispielhaft zusammen, könnte dieser neue Titel dabei heraus kommen, der die 80 Zeichen deutlich besser ausschöpft:
“Asics Sneaker Sportschuhe Ayame 38 schwarz Damenschuhe neu vom Händler”
Wichtig ist, dass Sie sich für Begriffe entscheiden, die häufig gesucht werden. Dabei kann Sie z.B. das Google Keyword Tool unterstützen. Nehmen Sie sich ruhig die Zeit damit zu spielen. Wir erleben häufig, dass Händler nach einigen Jahren betriebsblind werden und eine Keyword-Recherche zu neuen positiven Impulsen führt.
Beweisen Sie Mut! Versuchen Sie einmal etwas Neues!
Die folgenden Anregungen werden für technische Produkte nicht funktionieren. Hier ist es wichtig, sachlich nüchterne Titel mit möglichst vielen Infos zu liefern, die den Käufern den Vergleich innerhalb der Suchergebnisse ermöglichen.
Wenn Sie aber Produkte verkaufen, die eine emotionale Komponente haben, könnte die folgende Idee einen Versuch wert sein! Dazu gehören vor allem Kleidung und andere Produkte, mit denen sich die Käufer quasi selbst ausdrücken und eine emotionale Beziehung entwickeln können: Schuhe, Handtaschen, Wäsche usw.
Greifen wir ein Beispiel aus dem ersten deutschen eBay Buch auf. 2002 erschienen, ist “Power Selling mit eBay” von Marion von Kuczkowski für bestimmte Fragestellungen immer noch eine empfehlenswerte Lektüre. Neben Scot Wingos “eBay Strategies” ist es eigentlich mit die einzig wirklich empfehlenswerte Lektüre zum Thema eBay!
Titel, die neugierig machen! So geht’s:
Auf Seite 52 beschreibt Marion von Kuczkowski ein Beispiel, wie ein Titel anders als eine simple Keyword-Aufreihung gestaltet werden kann. Angenommen wir bieten ein Nachthemd bei eBay an. Dann wäre dieser Titel eine mögliche Alternative:
Romantisches Nachthemd mit zartem Blütendruck Gr. 38
Gewagt, oder? Als Suchbegriffe haben wir nur die Allerwichtigsten zwei: “Nachthemd” und “Gr. 38″. Aber es macht neugierig, oder? Es ist ungewöhnlich, sticht aus der Masse hervor und erregt Aufmerksamkeit. Daran bleibt man hängen!
Und genau das wollen wir ja in der Phase, in der der Kunde im Scanning ist (s.o.) und alle Angebote grob überfliegt. Aufmerksamkeit wird erregt, er bleibt hängen. Und schwupps wird der Artikel angeklickt. Das erste Ziel ist erreicht!
Wir stellen Ihnen diesen Ansatz nicht ohne Grund vor. Aktuell testen wir mit unseren AdWords Kampagnen ungewöhnliche Anzeigentitel und machen damit sehr gute Erfahrungen. Auch uns hat es Überwindung gekostet, die eingetretenen Pfade zu verlassen und etwas Neues zu probieren. Es fühlt sich wirklich merkwürdig an, so etwas zu wagen. Aber es “kribbelt” auch und kurbelt die Kreativität an.
Von daher: Wer wagt gewinnt! Nehmen Sie sich einmal einige Produkte heraus und testen Sie diese mit solchen ungewöhnlichen Titeln. Geben Sie dem Test etwas Zeit und verfolgen Sie die Ergebnisse mit der eBay Angebotsanalyse.
Fazit für Artikelbezeichung und Galeriebilder
In den eBay Suchergebnissen scannen die potentiellen Käufer die Angebote nach interessanten Artikeln. Aussagekräftige Galeriebilder bekommen Aufmerksamkeit, gute Titel auch. Schlechte Bilder werden ignoriert.
Bei technischen Produkten vergleichen die Kunden die Angebote anhand der Begriffe im Titel. Fehlen wichtige Infos bei Ihren Angeboten, dann werden sie nicht angeklickt. Bei emotionalen Produkten wie Kleidung geht viel über das Galeriebild. Hier können ungewöhnliche Titel zusätzliche Aufmerksamkeit erregen. Vergessen Sie aber nicht, dass die allerwichtigsten Suchbegriffe in den Titel gehören. Sonst kommen Sie gar nicht erst in die Suchergebnisliste.
Ausblick auf Teil 2: Kategorien, Artikelmerkmale & Co.
Im nächsten Teil beschäftigen wir uns mit Kategorien, Artikelmerkmalen und Katalogdaten. Und werfen einen Blick auf eBay Variationsartikel.
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